"WS" (VÖ 26. Oktober 2018)

HEIM - Eine Liebeserklärung unter Zuhilfenahme von akustischen Reizen und Rotwein

„Gnnrrrzzzz... Peng... Fiiiiep.... Rrrrums... Bzzzzz....“, sagen die Songs von HEIM zu mir – und lächeln mich schelmisch an. Das tun sie irgendwie immer: Lächeln. Mal freudvoll und von Herzen, mal verkniffen und gequält. Aber es ist immerzu eine kämpferisch-positive „Mimik“, die man in diesen Liedern ausmachen kann. Zumindest ist das meine feste Überzeugung – oder besser: Das, was ich empfinde, wenn ich mir diese Band anhöre.

Natürlich könnte man all dieses emotionale und poetisch-geschwollene Geschwafel auch einfach weglassen, wenn man einen Text wie diesen hier verfasst. Nein: Verfassen darf! Das wäre vielleicht erträglicher für Dich, mein lieber Freund, Rezensent, Veranstalter, Promo-Heini und Print- oder auch Online-Magazin-Mensch. Aber meine Emotions müssen ja schließlich auch irgendwo hin.

Ich hoffe also, Sie sehen es mir nach.

Denn es passt einfach viel zu viel, viel zu gut zusammen, was mich und meine kleine Liebesgeschichte mit dieser Süddeutschen Kapelle betrifft. Und zu viele Menschen, die ich selbst sehr schätze und für deren exquisiten Musikgeschmack ich mich jederzeit verbürgen würde, teilen meine Meinung bezüglich HEIM, was mich erst Recht dazu veranlasst, in keinster Weise an meiner eigenen Wahrnehmung dieser Band zu zweifeln: Die Aufnahmen zum ersten HEIM-Album „Palm Beach“ schickte mir ein lieber Freund aus Mannheim, Chris Bethge aus den RAMA-Studios, in den ich mich zuvor bereits verliebt hatte und der unter vielen anderen Dingen auch weiß, mit welchem Öl jemand wie Steve Albini seine Haare zum Glänzen bringt, wenn Sie wissen, was ich meine. Er schickte mir sofort nach Beendigung der Aufnahmen einen Link mit den Worten „Hör Dir das mal an. Du wirst es lieben – so wie ich.“ Und das tat ich.

Kurz darauf durfte ich ein weiteres mal beim Glitterhouse-Feel-Good-Festival „Orange Blossom Special“ auftreten – und natürlich waren in diesem Jahr auch HEIM im Line-up zu finden. Denn Rembert Stiewe, der Oberspitzbube hinter all den schönen Klängen und den guten Gefühlen auf diesem Festival, weiß eben auch, was gut ist und wer gut zu ihm und seiner Ausnahmeveranstaltung passt. Schöner und prägnanter als er kann man das Schaffen dieser Band gar nicht in Worte fassen. Ich so: „HEIM?“ – und er so: „Geil!“.

Nuff said. Beinahe zumindest. Denn um den informellen Charakter dieser Zeilen für Menschen, die HEIM noch nicht kennen, nicht gänzlich außer Acht zu lassen, muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass auch ich spontan natürlich an DINOSAUR JR und artverwandten, trotzig-schönen und vor Effekten und Mut zum lärmenden Ausbruch nur so berstenden Gitarren-Indierock erinnert war. Und doch: Da war von Anfang an mehr. Vielleicht sind es die resigniert bis wütend vorgetragenen, deutschsprachigen Texte, die einen obendrein noch auf eine andere Art und Weise für sich einnehmen, wenn man selbst in dieser Sprache spricht und textet. Oder es ist schlicht das Zusammenspiel dieser drei Sympathen als Menschen und ihrer Musik selbst; also dass man, wenn man so wie ich das Glück hatte, einmal drei bis 100 Biere mit den Jungs zu trinken und sich über Schönes oder auch Tragisches aus ihren Leben abseits der Bühne zu unterhalten, nicht umhin kommt zu spüren, wie echt all das ist, was man da in Sound kanalisiert auf der Bühne – oder auf den mittlerweile zwei exorbitant guten Platten der Band - zu hören bekommt.

HEIM ist echt. Eigenwillig. Brachial. Betörend. Und wer außer mir kann das sonst schon von sich behaupten?

Na also!

Lieben Sie das. Es hat es verdient!

Herzlichst,
Jörkk Mechenbier // Love A

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Heim - Nicht Mehr Da
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